Deutschland


Die bekannteste Aussichtskanzel über dem Chiemgau

Hochstaufen 1771m

via "Goldtropfsteig"

( 24. August 2013 )

Talort: Bad Reichenhall

Anfahrt: siehe Google Maps Routenplaner

Gehzeit: Aufstieg 3 - 3,5 Std., Ab: ca. 2 Std.

Höhenunterschied: 1132m

Einkehrmöglichkeit: Padinger Alm (667m), Reichenhaller Haus (1750m)

 Parkmöglichkeit: Am Parkplatz bei der Padinger Alm ausreichend vorhanden.


Tourenplan zum Ausdrucken!
Hochstaufen 1771m.pdf
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GPS Track & Höhenprofil

GPSies - Hochstaufen (1771m) über Goldtropfsteig

Leider ist auch in diesem Jahr die geplante Besteigung des höchsten slowenischen Gipfels buchstäblich ins Wasser gefallen. Aber keine Angst, der Triglav läuft uns sicherlich nicht davon. Jetzt musste rasch eine Ersatztour her! Beim Durchstöbern meiner immer länger werdenden To-Do-Liste stieß ich auf den „Goldtropfsteig“, einem unmarkierten Steig direkt durch die südseitige Goldtropfwand auf den Hochstaufen (1771m). Gesagt, getan ... und schon machten sich meine Begleiterinnen Babsi, Angela & ich auf den Weg nach Bad Reichenhall. Schon auf der Fahrt vom Walserberg Richtung München drängte sich der östlichste Eckpfeiler der Chiemgauer Alpen regelrecht ins Blickfeld. Als freistehender und beeindruckender Felskoloss erinnert er ein wenig an den Traunstein, unserem Salzkammergutwächter. Bereits ab diesem Zeitpunkt fing es im ganzen Körper an zu jucken und zu zucken. Wir konnten es gar nicht mehr erwarten!

Vom Parkplatz Padinger Alm verfolgten wir anfangs den "Stonanen Jager"-Steig nach Osten. Der dort am Weg befindliche Einstieg des kartografisch nicht mehr erfassten Goldtropfsteiges ist im Regelfall nicht ganz einfach zu finden, doch Dank unseres GPS-Gerätes und einem Track war es für uns hingegen eine spielerische Leichtigkeit. Deutlich erkennbare Steigspuren leiteten von der Schotterstraße nach links ins Gebüsch hinein und lotsten unser 3er-Team im Anschluss daran über einen stark verwachsenen Kahlschlag zum Hochwaldrand hinauf. Rasch an Höhe gewinnend ging es nun Kehre um Kehre im Schatten der Bäume höher. Manchmal verlor sich zwar der Steig kurzfristig etwas, doch die aufgebauten Steinmandln gaben bei der Wegfindung gute Hilfestellung.


Allmählich lichtet sich der Hochwald und wandelte sich in steiles Schrofengelände. Über Schutt und leichte Schrofen führte der Steigverlauf jetzt ganz an die Wand heran und folgte dieser nach links weiter bergwärts. Schon bald erreichten wir 3 einen aussichtsreichen Rastplatz mit Gedenktafeln und dem Steigbuch. Die wunderbare Aussicht auf die umliegende Gipfelschau bzw. der famose Tiefblick auf Bad Reichenhall verleitete einfach zu einer kurzen Verschnaufpause, welche wir demnach in vollen Zügen genossen. So schön es auch war, es musste weitergehen! Nach dem „Rastplatzl“ zog der Steig im Wechsel zwischen leichten Kletterstellen und Gehgelände zu einer breiten Rinne empor, die es schlussendlich in leichter Kletterei teils durch Latschengebüsch in der Direttissima durchstiegen werden musste. Es handelte sich hier zweifelsohne um einen hochalpinen Steig, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit UNBEDINGT voraussetzte. Vor allem im oberen Teilstück mussten die Hände des Öfteren zu Hilfe genommen werden, da es Kletterstellen im Bereich bis zu UIAA II zu überwinden gab.

Oben am von der "Bartlmahd" heraufziehenden Normalweg angekommen, konnte man diesem entweder weiter über das Reichenhaller Haus auf den Gipfel folgen, oder wie unsere Partie. Dabei wendet man sich nach ein paar Metern wiederum links vom Normalweg ab, folgt den erkennbaren Steigspuren an einem markanten Felsen vorbei und gerade hinauf zu einem Kamin. Diese knifflige, aber kurze Kletterstelle, die aber schlimmer aussieht als sie in Wirklichkeit ist, brachte uns eine Felsstufe höher. Nachdem eine kleine Felsbrücke sicher absolviert wurde, stiegen wir den Spuren folgend durch Schrofengelände weiter zum geschmückten Gipfel hinauf.

Auf der Aussichtskanzel herrschte bereits reges Treiben. Angela, Babsi & ich schlossen uns den Gleichgesinnten an und genossen unser mitgebrachtes Lunchpaket bei beeindruckender Fernsicht. Zu guter Letzt durfte selbstverständlich der Einkehrschwung im Reichenhaller Haus nicht fehlen. PROST!

Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde mussten wir leider unser wohlverdientes „Elektrolyttanken“ einstellen und den Abstieg antreten. Als Abstiegsvariante bietet sich entweder der Normalweg über die "Bartlmahd" oder der "Stoanane Jager"-Steig über "Buchmahd" an. Wir jedenfalls entschieden uns heute für die gemütlichere Bartlmahd-Variante zurück zur Padinger Alm.

Die empfehlenswerte Runde zu einer der bekanntesten Aussichtskanzel über dem Chiemgau fand letztendlich in der Wirtschaft Padinger Alm, wie unsere bayrischen Nachbarn zu sagen pflegen seinen krönenden Abschluss. Bis bald, bei einer unserer nächsten Touren …

Lg. Angela, Babsi & Wizi